Braunes Wildschwein steht auf Herbstblättern und schaut nach vorne

In der Schweiz leben zwischen 6000 und 10 000 Wildschweine. Bis jetzt sind mir persönlich aber noch keine begegnet. Aber unbewusst habe ich schon Spuren wahrgenommen. Denn wenn es im Wald nach Maggiwürze riecht, sind Wildschweine meistens nicht weit entfernt. Zerwühlte, aufgerissene Bodenstellen sind ein weiterer Hinweis auf die wilden «Säue».

Das Wildschwein (Sus scrofa) ist ein Paarhufer in der Familie der Echten Schweine und die Stammform des Hausschweines. Er pflügt mit seiner Schnauze und Zähnen auf der Suche nach Schnecken, Würmern, Wurzeln oder Mäusen regelrecht den Waldboden um. Für den Wald ist dies natürlich ein Glücksfall, denn durch seine Anwesenheit steigt die Biodiversität. Denn durch das «Umpflügen» des Bodens erhöht sich die Keimfähigkeit der Samen. Als Allesfresser sind die Wildschweine gute Transporteure und Verbreiter von vielerlei Samen, welche sie mit dem Kot anderswo platzieren. Wildscheine ernähren sich in Laubwäldern vor allem von Buchenkernen und Eicheln. Da diese aber in den meisten Wäldern heute fehlen, weichen sie gerne auf Äcker aus und fressen dort Mais, Raps oder Kartoffeln, ganz zum Leidwesen der Bauern. Wildschweine meiden in der Regel einen Angriff, ausser im Frühling, wenn der Nachwuchs da ist. Bei lautstarkem Schnaufen und erhobenem Schwanz empfiehlt es sich, das Weite zu suchen.

Klappert es mit den Zähnen, steht der Angriff kurz bevor. Hier hilft nur noch Hände über den Kopf heben und laut klatschen und hoffen, das Wildschwein verziehe sich aus Angst.

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NATURZYT Ausgabe September 2019, Text Michael Knaus, Fotos AdobeStock

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