Viele Menschen glauben, dass der Igel in den Winterschlaf geht, sobald die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich hält der Igel Winterschlaf, weil er bei kalter Witterung keine Nahrung mehr findet – also keine Käfer, Würmer und andere Insekten mehr fangen kann.
In dieser Zeit, die in der Regel von Oktober bis März oder April dauert, schaltet der Körper des Igels auf «Sparflamme». Gut gemeintes Füttern, sobald die Temperaturen längere Zeit beim Gefrierpunkt liegen, ist daher keine geeignete Massnahme – im Gegenteil: Es kann verhindern, dass der Igel überhaupt in den Winterschlaf fällt.
Manchmal sieht man Igel dennoch tagsüber in der kalten Jahreszeit unterwegs. Dabei handelt es sich meist um kranke Tiere oder Jungigel, die sich noch nicht genügend Fettreserven anfressen konnten. In solchen Fällen sollte man unbedingt Fachleute zu Rate ziehen – zum Beispiel das Igelzentrum unter der Telefonnummer 044 362 02 03. Denn in den meisten Fällen schaffen es diese Tiere nicht allein über den Winter.
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NATURZYT Ausgabe September 2025, Text Michael Knaus, Foto AdobeStock

