Wollbienen-Männchen auf einer violetten Blume

Die Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) ist eine besonders auffällige Wildbienenart im Sommer und in vielen Gärten zu beobachten.

Wegen der schwarz-gelben Flecken auf dem Hinterleib kann sie auf den ersten Blick mit einer Wespe verwechselt werden. Auffällig ist besonders das territoriale Verhalten der Männchen: Sie «verteidigen» grosse Blütenstände als Nahrungsquellen für die Weibchen, um sie so zu beeindrucken und zur Paarung zu verführen. Dabei schrecken sie auch vor grösseren Verwandten wie Holzbienen oder gar Hornissen nicht zurück. Mit dem Dreizack am Hinterleibsende sind die Männchen gefürchtete Platzhirsche. Es ist eine der wenigen Wildbienen-Arten, bei denen das Männchen grösser ist als das Weibchen und es zu Mehrfach-Paarungen kommt.

Gelb-schwarze Gartenwollbiene auf grünem Blatt
Wollbienen-Weibchen, oben das Männchen abgebildet

Gefährdung und Lebensraum

Diese Art ist in der Schweiz im Siedlungsgebiet oft häufig, ausserhalb deutlich seltener.

Fördermöglichkeit der Gartenwollbiene

Schaffen Sie kleine Mauerspalten in Trockenmauern und pfl anzen Sie stark behaarte Pflanzen wie den Wollziest als Nahrung und Baumaterial an. Sie fördern damit auch die kleine Verwandte, die Spalten-Wollbiene (Anthidium manicatum) und deren Kuckucksbiene, die Punktierte Düsterbiene (Stelis punctatissima).

Gartenwollbiene sammelt Pflanzenhaare auf einem Blatt
Baumaterial für die Brutzellen sind Pflanzenhaare, die mit den Mandibeln abgeschabt und in kleinen Wollbällchen zum Nest geflogen werden.
Steinmauer als zu Hause für Gartenwollbienen
Nistplatz sind trockene, kleine Spalten in Mauern, Felsspalten, Erdlöchern, verlassene Nester von Pelzbienen, aber auch weitere Hohlräume etc.
Steine mit Nesteingang für die Gartenwollbiene
Der Nesteingang wird sorgfältig getarnt und geschützt durch kleine Materialien wie Steinchen, Holzstücke, Halme, Blütenblätter etc.
Behaartes Blatt auf welchem die Gartenwollbiene spuren hinterlassen hat
Typische Spuren vom Abschaben an stark behaarten Pflanzen wie Wollziest, Eselsdistel, Flockenblumen, Quitten, Sand-Strohblume etc.
Wollbiene Brutzellen
Die Woll-Brutzellen werden imprägniert mit pflanzlichen Drüsensekreten, gesammelt beispielweise an Geranium, Brombeere, Habichtskraut etc.
Wollbiene am Nektar sammeln auf gelber Blüte
Wollbienen mögen besonders Schmetterlings- und Lippenblütler: Hornklee, Hauhechel, Luzerne, Ziest-Arten, Salbei-Arten, Schwarznessel etc.

Weitere Wildbienen-Porträt die Sie interessieren könnten:

Wildbienen-Porträt Goldene Schneckenhausbiene

Wildbienen-Porträt Dreizahn-Stängelbiene

Wildbienen-Porträt Maskenbienen


NATURZYT Ausgabe Juni 2019, Text/Fotos Deborah Millet, Wildbee

NATURZYT abonnieren und mit uns, unsere Natur unterstützen.

Cover der aktuellen NATURZYT Ausgabe mit Verlinkung auf unser Abo-Formular

Das Magazin NATURZYT berichtet nicht nur über unsere Natur, damit Sie diese näher erfahren und erleben können, sondern damit Sie gemeinsam mit uns, unsere Natur mehr bewahren und schützen lernen. Deshalb unterstützt NATURZYT auch wichtige Naturprojekte mit einem Teil der Abo-Einnahmen. 

Jedes Abo hilft Naturprojekten! Jetzt unterstützen und abonnieren.

Kinderbuch RAVENSONG bestellen

Anzeige

Partner Kurs-Natur

naturzyt 7

NATURZYT Newsletter abonnieren

Mehr Natur erfahren

Wann stechen uns Wildbienen, Wespen und Hornissen?

Insekt im Anflug mit angezogenen Beinen

Wildbienen, Wespen und Hornissen haben alle Stacheln und können stechen. Aber wann tun sie dies überhaupt?

Herstellung Knospenmazerat der Buche

Einmachglas mit eingelegten Buchenknospen

So erstellen wir ein Konspenmazerat der Buche für den Eigengebrauch.

Mehr Natur bewahren

Wildpflanzen - im Reich der Schattenpflanzen

Biene an den gelben Blüten des klebriger Salbei

Blütenzauber in dunklen Bereichen - wie Wildpflanzen dunkle Bereiche optisch aufwerten.

Nadelgehölze im naturnahen Garten

Grauer Wachholder-Nadelholzspanner auf Nadelgehölz

Sind Tanne, Eibe, Fichte, Lärche und Kiefer aus ökologischer Sicht sinnvoll? Nadelgehölze im naturnahen Garten sind sie wirklich unnütz?

Mehr Natur erleben

Wandern im Güttinger Wald am Bodensee

Blumenwiese vor See in Güttingerwald

Er gehört zu den schönsten Wäldern der Schweiz, der Güttinger Wald am Bodensee.

7 Frühlingstipps für schöne Naturausflüge in der Schweiz

Weiss-gelb blühende Narzissen bei Sonnenschein im Frühling

Frühlingserwachen der Blüten in der Schweiz - 7 Frühlingstipps für den nächsten Naturausflug im Frühling.