Grosser Baum in einer Wiese mit Sitzbank im Sommer

Birke regt die Nieren an und wird bei Harnwegsentzündungen sowie zur Unterstützung bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt.

Birkenblätter bei Harnwegsinfektionen: Wirkung auf Nieren und Harnwege

Mit ihren harntreibenden und entzündungshemmenden Flavonoiden regen Birkenblätter die Nierenfunktion an und führen zu einer vermehrten Wasserausscheidung. Der verdünnte Harn und die verkürzte Verweildauer erleichtern die Ausscheidung von Keimen. Aus diesem Grund werden Birkenblätter in der Erfahrungsheilkunde als Durchspülungsmittel der Harnwege bei bakteriellen und entzündlichen Harnwegserkrankungen, Nierengriess sowie zur Vorbeugung von Harnsteinen eingesetzt.

Birke bei Rheuma und Hautproblemen: Entgiftung und Stoffwechsel anregen

Birkenblätter fördern den Stoffwechsel und unterstützen die Entgiftung, diese Wirkung nennt man auch «blutreinigend». Bei der Frühjahrskur sollen die «Schlackenstoffe», die sich im Laufe des Winters im Körper angesammelt haben, entfernt werden. Dadurch bessern sich sowohl Hautbeschwerden als auch rheumatische Erkrankungen. Durch das Trinken von harntreibenden Stoffwechseltees werden körpereigene Entgiftungsfunktionen angeregt und im Bindegewebe eingelagerte Stoffwechselendprodukte über die Nieren ausgeschieden.

Die Birke als Pionierbaum: Eigenschaften, Standort und Bedeutung in der Natur

Die Birke ist ein Baum der ersten Stunde zur Wiederbesiedelung auf kargen, mageren Standorten und bei widrigen klimatischen Bedingungen. Sie kann unglaubliche Minustemperaturen ertragen.

Im Frühling ist sie einer der ersten Bäume, die uns mit ihrem frischen Grün beschenkt. Gut erkennbar ist die Birke an ihrer weissen, glatten und glänzenden Rinde. Im Alter verfärbt sich die Rinde schwarzgrau und zeigt Längsrisse. Die grünen Blätter sind dreieckig bis rhombisch und am Rand doppelt gesägt. Birken gedeihen vom Flachland bis ins Gebirge auf etwa 2000 m. Die Hängebirke (Betula pendula) ist grösser als die Moorbirke (B. pubescens) und bevorzugt trockene Standorte. Die Moorbirke wächst in feuchten Wäldern, Mooren und Sümpfen. 

weiss, grau Rinde an einem Baum im Sommer
Gut erkennbar ist die Birke an ihrer weissen Rinde, die sich zumeist in Querstreifen abschälen lässt.

Birkenblätter ernten und verwenden: Zeitpunkt, Verarbeitung und Lagerung

Zu Heilzwecken werden die Blätter der Hängebirke und der Moorbirke von Mai bis Juni gepflückt und im Schatten sorgfältig getrocknet. Anschliessend in Gläsern lichtgeschützt aufbewahrt. Den Birkensaft gewinnt man im Frühjahr, wenn die Säfte aufsteigen. Die Gewinnung von Birkensaft erfordert fachkundiges Vorgehen, um den Baum nicht durch unsachgemässes Anbohren zu schädigen. Nur im eigenen Garten dürfen Birken angezapft werden. Birkensaft schmeckt erfrischend und leicht süsslich.

Birke als Heilbaum und Symbol: Tradition, Bedeutung und Verwendung

Bereits in früher Zeit erkannte man die vorzüglichen harntreibenden Eigenschaften und bezeichnete die Birke als «Nierenbaum». Vielerorts wird heute noch die Birke als Maibaum geschmückt im Dorf aufgestellt zur Feier am 1. Mai. Die Birke ist Symbol von Jugend, Wachstum, Leichtigkeit und Frühling. Aus alten Funden ist bekannt, dass Birkenrinde vielfach eingesetzt wurde. So fand man bei Ausgrabungen alte Schrift rollen aus Birkenrinde, aber auch Körbe und Matten wurden daraus geflochten. In der Wildnisküche ist Birkenholz sehr geschätzt. Birkenrinde und -holz brennen sehr leicht, selbst in feuchtem Zustand.

Birke für Tiere: Anwendung bei Entzündungen und Stoffwechselproblemen

Auszüge aus Blättern eignen sich zur Durchspülung bei Infekten und Entzündungen der ableitenden Harnwege. Durch ihre Stoffwechsel anregende Wirkung werden sie bei Arthrosen und chronischen Hautleiden eingesetzt.

Birke in der Naturheilkunde: Bedeutung und Eigenschaften aus ganzheitlicher Sicht

In der psychologischen Spagyrik beschreibt R. Lackner das Wesen des erlösten Birkenmenschen als einen Pionier, der mutig nach Neuem strebt im Sinne einer Weiterentwicklung. Dieses Streben nach Neuem hilft ihm dabei, nicht in lebensfeindlicher Erstarrung und Stillstand zu verharren. So ist der gereifte Birkentypus vielseitig interessiert, lösungsorientiert und tauscht sich gerne mit anderen Menschen aus, ohne sein Gegenüber von seiner Meinung überzeugen zu wollen. Der unerlöste Birkenmensch dagegen ist schnell entflammbar, wobei das Feuer auch schnell wieder erlischt.

saftige grüne Blätter an einem Baum im Frühling
Die Blätter sind dreieckig bis rhombisch mit lang ausgezogener Spitze und doppelt gesägtem Rand.

Birke in der Küche: Essbare Blätter, Knospen und Anwendungen

Die jungen Triebe und Blätter können im Frühjahr roh oder gekocht gegessen werden. Junge Blätter eignen sich als Salatbeigabe und für Gemüse. Getrocknete Blätter werden gemörsert als Mehlersatz eingesetzt. Die Knospen dienen frisch oder getrocknet als Gewürz. Blütenkätzchen und Früchte lassen sich in Chutney, geröstet oder schokoliert nutzen. Baumwasser wird für Getränke verwendet.

Birkenzucker (Xylit): Herkunft, Wirkung und Verwendung

Der viel gepriesene Birkenzucker (Xylit) gilt als karieshemmendes und zahnfleischstärkendes Süssungsmittel. Er kommt in der Rinde von Birke und Buche vor, sowie auch in geringen Mengen in Gemüsen und Früchten. Meist wird Birkenzucker jedoch aus anderen Grundstoffen wie z.B. Maisspindeln hergestellt.

Wildkräuter-Rezept: Baumsalat mit Birkenblättern und Frühlingskräutern

Frische junge Baumblätter bereichern im Frühjahr geschmackvoll den Salat. Mischen Sie junge Blätter von Birken, Linden und Löwenzahn sowie junge Buchenkeimlinge mit etwas Feldsalat und Chicoree. Mit einem milden Dressing aus Zitrone, kaltgepresstem Bio-Pflanzenöl, Honig und Meersalz anrichten. Und fertig ist eine besonders vitaminreiche Speise.

Liebe Leserin, lieber Leser, ich wünsche Ihnen viel Freude mit den Schätzen der Natur.

Ihre Ernestine

Birkenblätter anwenden: Tee, Öl und Hausmittel selber herstellen

Birkenblätter-Tee

Zubereitung: 2 TL getrocknete Birkenblätter mit 200 ml kochendem Wasser übergiessen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 3-mal täglich 1 Tasse ungesüsst nach den Mahlzeiten trinken. Dazu die gleiche Menge an Wasser.

Birkenblätter-Tee regt die Nieren an, hilft bei bakteriellen und entzündlichen Harnwegserkrankungen im Rahmen einer Durchspülungstherapie, bei Harngriess, zur Vorbeugung von Harnsteinbildung sowie zur Unterstützung bei Rheuma und Hautbeschwerden.

Hinweis: Birkenblättertee darf nicht bei Ödemen (Wasseransammlungen) infolge eingeschränkter Herz- und/oder Nierenfunktion eingesetzt werden.

Birkenblätter-Tee zur äusseren Anwendung

Den Tee können Sie auch äusserlich in Form einer Kompresse, eines Umschlages oder eines Teilbades bei Rheuma und Hautauschlägen anwenden.

Neben den bereits erwähnten Flavonoiden enthalten Birkenblätter u.a. Saponine, Gerb- und Bitterstoffe, ätherische Öle, Ascorbinsäure, Mineralstoffe wie Kalium und Kalzium. Birkenblätter sind Bestandteil zahl reicher Teemischungen bei Stoffwechselerkrankungen, zur Frühjahrs- und Herbstkur, bei Rheuma und Gicht. 

Tee für die Frühjahrskur

Je 20 g Blätter von Birke, Brennnessel, Löwenzahn, Gänseblümchen und Schafgarbenkraut. 1 TL mit einer 1 Tasse kochendem Wasser übergiessen. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. 3-mal täglich 1 Tasse trinken, 3 bis maximal 8 Wochen lang.

Hinweis: Bei einer Durchspülungstherapie ist auf reichliche Flüssigkeitszufuhr zu achten, um die gelösten Giftstoffe ausscheiden zu können. Das heisst zusätzlich zum Tee etwa 2 Liter dünne Flüssigkeit trinken (Wasser, dünne Gemüsebrühen). 

Birken-Haarspülung

Bei Haarausfall, Schuppen oder fettigem Haar können Sie die Haare regelmässig im letzten Spülwasser mit Birkenblätter-Tee spülen.

Glas mit brauner Flüssigkeit drin und grünes Blatt davor

Herstellung hautstraffendes Birken-Sesamöl

Zutaten und Geräte: Schraubglas (Einmachglas), frische oder getrocknete Birkenblätter, Sesamöl am besten Bio-Qualität, kleines Sieb, Filterpapier oder Leinentuch, dunkle Flaschen mit Schraubverschluss.

Grüner Schaber und viele grüne Blätter auf einem Tisch

Frische Birkenblätter mit einem Keramikmesser klein schneiden. Anschliessend gut mörsern. Das Schraubglas zu zwei Drittel mit Birkenblättern füllen. Mit Sesamöl übergiessen und bis zur Glas-Biegung auffüllen. Alle Pflanzenteile müssen vollkommen mit Öl bedeckt sein. Das Glas 2 bis 3 Wochen an einem hellen Ort stehen lassen. Gelegentlich schütteln.

weisser Mörser mit grünen Blätterstücken darin

Anschliessend das Birkenöl durch ein Sieb mit Teefilter oder Leinentuch filtrieren. Für 100 ml Birken-Sesamöl können Sie zur unterstützenden Wirkung noch folgende ätherischen Öle dazugeben: 6 Tropfen Rosmarin, 4 Tropfen Wacholder, 5 Tropfen Rosengeranie und 12 Tropfen Grapefruit. Gut schütteln. In dunkle Flaschen füllen und kühl (aber nicht im Kühlschrank) aufbewahren.

durchsichtiges Glas mit Flüssigkeit und Blätterstückchen darin

Anwendung: Das Birken-Sesamöl morgens und abends auf die Beine auftragen und in kreisenden Bewegungen ein - massieren. Dieses hautstraffende Öl fördert die Durchblutung und unterstützt die Ausscheidung von Giftstoffen und Schlacken über die Haut. Sesamöl ist ins be sondere im Ayurveda wegen seiner entgiftenden und haut regenerierenden Wirkung beliebt. Das ätherische Rosmarinöl wirkt durchblutungsfördernd, Rosengeranienöl harmonisiert und reinigt, Wacholderöl wirkt entgiftend und entschlackend, Grapefruitöl erfrischt, regt das Lymphsystem an und unterstützt die Ausscheidung von Schlacken stoffen. Die Anwendung des Birken- Sesamöls eignet sich ausgezeichnet begleitend zu einer Frühjahrs- oder Fastenkur.

Hinweis: Nicht in der Schwangerschaft anwenden.

Die Anwendung der angeführten Rezepturen erfolgt auf eigene Verantwortung und ersetzt keinen Arztbesuch.  Eine Haftung der Verfasserin bzw. der Redaktion ist ausgeschlossen. Der borliegende Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Blaschek, W., Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka.
  • Brendieck-Worm, C., Klarer, F., Stöger, E., Heilende Kräuter für Tiere.
  • Bühring, U., Lehrbuch Heilpflanzenkunde.
  • Fleischhauer, St.G., Gutmann, J., Spiegelberger, R., Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen.
  • Greiner, K., Bäume in Küche und Heilkunde.
  • Huber, A., Die Heilkraft der Bäume.
  • Lackner, R., Psychologische Spagyrik.

Kräuterkurse und Kräuterrundgänge mit Ernestine

Ernestine Astecker ist kant. appr. Naturheilpraktikerin und arbeitet in eigener Gesundheitspraxis in Fruthwilen, im Thurgau. In Kräuterkursen und auf Kräuterspaziergängen gibt sie gerne ihre Begeisterung, ihr Wissen und ihre Erfahrung über Heilpflanzen weiter.
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