Stockenten Männchen auf gefrorenem See im Sonnenlicht

Wenn es richtig kalt wird, die Seen und sogar die Flüsse zufrieren, würde man meinen, dass Enten und andere Wasservögel auf der Eisfläche festfrieren könnten. Beobachtet man Enten, stehen diese den ganzen Winter «barfuss» auf der Eisfläche. Sie paddeln auch völlig munter durch das eiskalte Wasser. Uns würden die Zehen abfrieren und wir könnten barfuss nicht lange umherlaufen oder «Watscheln». Wie machen das die Enten und andere Wasservögel nur? Sie haben kalte Füsse! Das heisst, in die Entenfüsse strömt nur wenig Blut, und dieses kühlt auf dem Weg nach unten von 40 Grad auf rund sechs Grad ab. Sie haben also kalte Füsse und damit empfinden sie die Kälte nicht wie wir als Kälte und können auf dem Eis stehen, ohne festzufrieren. Sie sind also bestens an die widrigen Umstände angepasst. Dass die federlosen Füsse nicht auskühlen, dafür sorgt das sogenannte Wundernetz. In den Vogelbeinen liegen die feinen Blutgefässe sehr dicht nebeneinander. Das Blut strömt dabei vom 40 Grad warmen Körper Richtung Füsse und kühlt ab. Dabei fliesst es sehr nah an den Venen vorbei, die das abgekühlte Blut aus den Füssen wieder zum Körper zurück transportieren. Im Wundernetz erwärmt das warme Blut das kalte – wie eine Art Wärmetauscher. Allerdings können bei langanhaltendem Frost kranke oder verletzte Tiere doch im Eis einfrieren und brauchen dann menschliche Hilfe.

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NATURZYT Ausgabe Dezember 2019, Text Michael Knaus, Foto AdobeStock

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