schwarz-gelbe Biene vor einem Sandloch

Die Bienenwölfe machen ihrem Namen alle Ehre, denn sie und ihre Grabwespen-Verwandtschaft sind die Wölfe des Insektenreichs! In der Luft schwebend halten sie nach Bienen Ausschau und stürzen sich im Sturzflug auf sie hinab. Mit ihren kräftigen Beinen umklammern sie die Beute, die kaum kleiner ist als sie selbst. Ein Stich in den Körper macht die Biene kampfunfähig. Doch erst durch ein kräftiges Durchkneten stellen die Bienenwölfe sicher, dass ihr Gift auch die Beinmuskulatur erreicht. Mit der gelähmten Beute fliegen die Grabwespen in ihr zuvor gebuddeltes unterirdisches Gangsystem – allerdings nur die Weibchen unter ihnen. Fast einen Meter weit reicht der Hauptgang in den Boden, wo Brutkammern davon abzweigen. Hier lagern die Weibchen ihre erbeuteten Bienen ein – lebendig! Bis zu fünf von ihnen finden darin Platz. Obenauf legen die Bienenwölfe ein Ei, aus dem wenige Tage darauf die Larve schlüpft und sich von dem Vorrat ernährt.

Doch tief im Boden, wo es immer etwas feucht ist, ist Hygiene entscheidend. Die Bienenwölfe nutzen gleich mehrere Strategien: Die Bienenwolf-Weibchen haben in ihren Antennen ein Gemisch aus 49 verschiedenen Bakterien hergestellt. Diese wiederum erzeugen Antibiotika, die den Grabwespen-Nachwuchs vor Schimmelpilzen schützen. Doch auch die Eier sorgen für hygienische Bedingungen und geben Stickstoffmonoxid ab. Dieses Gas tötet zwar Keime ab, schädigt aber zugleich die Bakterien. Die Lösung für dieses Problem haben die Bienenwolf- Weibchen gleich mitgebracht: Über ihre Antennen haben sie auch Kohlenwasserstoffe produziert, die als schützende Barriere gegen das giftige Gas wirken. Auf diese Weise kann sich die neue Grabwespen-Generation inmitten ihrer lebendigen Vorratskammer sicher entwickeln.

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NATURZYT Ausgabe Juni 2025, Text/Fotos Farina Graßmann

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