Füchse galten lange Zeit als Einzelgänger. Erst in den 1970er-Jahren entdeckten britische Wissenschaftler, dass Füchse in günstigen Lebensräumen in Familiengruppen leben.
Lebensraum des Fuchses in Stadt und Agglomeration
Dabei sind Füchse für die Jagd und die Nahrungssuche alleine unterwegs, nutzen aber mit anderen Familienmitgliedern ein gemeinsames Territorium. Schlaf- und Ruheplätze werden häufig gewechselt und befinden sich oft an geschützten Stellen im Freien, z. B. in Gebüschen, im Siedlungsraum häufig auch in Hohlräumen unter Gebäuden (Baracken, Gartenhäuschen).
Nahrung von Stadtfüchsen – Mäusejäger und Abfallsucher
Die Nahrung von Stadtfüchsen stammt zu mehr als der Hälfte direkt oder indirekt vom Menschen: fressbare Abfälle von Komposthaufen oder aus Abfallsäcken, weggeworfene Essensreste auf Strassen, Früchte, Beeren und Nüsse aus Gärten sowie Futter, das Haustieren im Freien bereitgestellt wird. Das Füttern von Füchsen sollte unterlassen werden, da sie dadurch ihre natürliche Scheu vor Menschen verlieren, was zu Problemen führt. Füchse sind hervorragende Mäusejäger, erbeuten aber auch Hühner und Meerschweinchen und «jagen» bei nassem Wetter gerne Regenwürmer. Sie sind ganzjährig aktiv, vorwiegend in der Dämmerung und nachts, im Siedlungsraum vereinzelt auch tagsüber.
Fortpflanzung und Aufzucht der Jungtiere
Während der Paarungszeit (Dezember bis Februar) sind oft heisere Schreie zu hören. Nach 50- bis 60-tägiger Tragzeit kommen im März und April drei bis fünf Junge blind zur Welt. Sie werden meist in Erdbauen geboren und aufgezogen und erscheinen nach drei bis vier Wochen vor dem Bau.
Aktivitätszeiten und Revierverhalten
Im Herbst sind die Jungtiere ausgewachsen. Vor allem die jungen Rüden verlassen dann das elterliche Territorium und suchen sich im Verlauf des Winters ein eigenes Gebiet. Aktivitätsgebiete von sesshaften Füchsen umfassen in Zürich 30 bis 40 Hektaren.
Steckbrief: Fuchs (Vulpes vulpes)
Art: Fuchs (Vulpes vulpes)
Gefährdung Schweiz: nicht gefährdet Lebensraum: Deckungsreiches Gelände, Wald, landwirtschaftliche Gebiete, Siedlungsraum von Dörfern, Agglomerationen und Städten
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